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  Demografischer Wandel


  Dr. rer. pol. h. c. Frank-J. Weise,
Vorsitzender des Vorstandes der Bundesagentur für Arbeit:


"Prävention in der Schule als Schlüssel zu mehr Ausbildungs-und Beschäftigungsfähigkeit"

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6. Ausblick auf die neue Rolle der Bundesagentur für Arbeit

Zum Ende ihrer Schulzeit müssen Jugendliche eine erhebliche Orientierungs- und Entscheidungsleistung erbringen. Die Frage „was willst du einmal werden?“ lässt sich in unübersichtlichen Zeiten mit der simplen Benennung einer Berufsbezeichnung längst nicht mehr beantworten. Darüber hinaus kann angesichts fehlender Ausbildungsstellen auch nicht jede getroffene Berufswahl (sofort) realisiert werden. Zwar ist die Wahl und das Erlernen eines Berufs infolge der Entstandardisierung von Biografien nur eine einzelne Station unter vielen anderen und manch eine Entscheidung bzw. Ausbildung kann im weiteren Lebenslauf noch mal erneuert werden, allerdings kanalisiert diese erste berufsbiografische Gelenkstelle den beruflichen Werdegang doch mehr als spätere Übergänge. Vor allem in der subjektiven Wahrnehmung herrscht noch immer das Primat der Erstausbildung vor und wenn gleich zu Beginn des Erwerbslebens eine Arbeitslosigkeit eintritt, wirkt diese auf die psycho-soziale Verfassung eines Jugendlichen oftmals verheerend. Aus diesem Grund brauchen Schüler auch heutzutage – wo vielleicht theoretisch alles möglich ist, aber praktisch niemand eine Fehlentscheidung treffen möchte – eine profunde berufliche Orientierung und flankierende Unterstützungsangebote im gesamten Berufswahlprozess. Diese Notwendigkeit hat die Bundesagentur für Arbeit erkannt und sie tut viel für die Vorbereitung junger Menschen auf den Arbeitsmarkt. Die hier dargestellten Initiativen sind auch nur als exemplarische Stellvertreter für ganz unterschiedliche präventive Ansätze zu verstehen, mit denen Ausbildungs- und Beschäftigungsfähigkeit hergestellt werden soll. Aber bei dem vielen, was die Arbeitsverwaltung tut, erbringt sie nicht mehr alles in eigener Trägerschaft. Neben die Erbringung berufswahlvorbereitender Leistungen aus eigenen Mitteln tritt immer mehr die Förderung und Gewährleistung guter Projekte durch Dritte. Daneben agiert die Arbeitsverwaltung bspw. in Form von Wettbewerben, Marketingkampagnen bzw. als Netzwerkpartnerin, Informationsversorgerin, Aufklärerin, Lobbyarbeiterin, Mitwirkende, Multiplikatorin oder Koordinatorin. Als moderne Arbeitsverwaltung bewegt sie sich somit auf ganz unterschiedlichen Handlungsfeldern, teils exklusiv, teils in Netzwerken. Dazu war auch ein verändertes, vor allem flexibleres Rollenverständnis notwendig. Insofern wird die BA auch zukünftig in vielen Fällen „gute Ideen“ im Zuge von Bekanntmachungen, Anschubfinanzierungen oder auf anderen, begleitenden Wegen vorantreiben.



7. Literatur

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Hrsg.): Lebenslagen in Deutschland. Der 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Berlin 2008.

Hummel, Markus/Reinberg, Alexander: Bildungshunger: Genuss ohne Reue. IAB-Forum, Nr. 2, S. 46-52.

Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland und des Ministeriums für Bildung und Forschung (Autorengruppe Bildungsberichterstattung): Bildung in Deutschland. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu Übergängen im Anschluss an den Sekundarbereich I. Bielefeld 2008.

Rump, Jutta / Eilers, Silke: Employability im Zuge des demografischen Wandels. In: Rump, J. / Sattelberger, T. / Fischer, H. (Hrsg.) (2006): Employability Management. Wiesbaden 2006, S. 129 – 148.

Saldern, Matthias von: Heterogenität und Schulstruktur. In: Boller, Sebastian/Rosowski, Elke/Stroot, Thea (Hrsg.): Heterogenität in Schule und Unterricht. Weinheim 2007.

Shell Deutschland Holding (Hrsg.): Jugend 2006. Eine pragmatische Generation unter Druck. Frankfurt a.M. 2006.

Wößmann, Ludger: Letzte Chance für gute Schulen. München 2007.




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