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7. Weiterer Handlungsbedarf im schulischen Bereich
Eine wichtige Aufgabe ist die Berufsorientierung auch für die Gymnasien. Nicht wenige Jugendliche wechseln vom Gymnasien in eine Berufsausbildung oder streben als Studienabbrecher eine Ausbildung an. Auch an den Gymnasien ist es deshalb erforderlich, die Berufs- und Studienorientierung weiter auszubauen.
Unabhängig von der Schulform sind die Kompetenzen der Lehrkräfte von besonderer Bedeutung für eine erfolgreiche Berufsorientierung. Viele Lehrkräfte stellen sich dieser Aufgabe allerdings immer noch mehr oder weniger als Autodidakten. Angesichts der Komplexität der Arbeitswelt und des dynamischen Wandels von Ausbildung und Beruf bleibt das Angebot an Fortbildungsmaßnahmen und besonders an Betriebspraktika für Lehrer deutlich hinter dem Bedarf zurück. So nimmt bislang nur eine Minderheit der Schülerinnen und Schüler ihre Lehrkräfte als kompetente Berater und Beraterinnen wahr, die auf die Entstehung von Berufswünschen einen nennenswerten Einfluss haben (Die Thematik mangelnder Kompetenz von Lehrkräften wurde in den zurückliegenden Jahren immer wieder aufgegriffen. Vgl. Beinke (2006).). Auf die Erfahrungen, die man in Nordrhein-Westfalen mit den noch relativ neuen Studien- und Berufswahlkoordinator/-innen (StuBo’s) und ihrer Fortbildung macht, deren Arbeit die Stiftung „Partner für Schule NRW“ unterstützt, darf man deshalb gespannt sein (vgl. http://www.partner-fuer-schule.nrw.de/stubo.php).
8. Berufsorientierung aus Sicht der Wirtschaft
Die aktuelle Situation ist dadurch gekennzeichnet, dass einerseits viele Jugendliche nach der Schule nicht nahtlos in die Ausbildung übergehen können und auf der anderen Seite die Wirtschaft klagt, dass Ausbildungsstellen nicht besetzt werden könnten, weil viele Jugendliche nicht ausbildungsreif seien.
So monieren Betriebe bei fast einem Drittel der Jugendlichen mangelndes Pflichtbewusstsein. In Bezug auf Belastbarkeit, Disziplin, Pünktlichkeit oder auch Umgangsformen kommen Umfragen zu ähnlichen Ergebnissen. Auch die von vielen Betrieben beklagten Defizite bei der Eigeninitiative von Jugendlichen signalisieren Handlungsbedarf auch im Bereich der Berufsorientierung und -vorbereitung (vgl. BIBB-RBS-Information Nr. 25).
Insbesondere große Unternehmen handeln angesichts der demografischen Entwicklung bereits gezielt, um den für sie geeigneten Nachwuchs auch in Zukunft zu rekrutieren und nutzen dabei auch ihre vielfältigen Kontakte zu den allgemeinbildenden Schulen im Kontext der Berufsorientierung. Je kleiner aber der Betrieb ist, desto weniger systematisch und regelmäßig ist seine Beteiligung am Berufsorientierungsprozess (vgl. Schaubild). Hier liegt insbesondere für Jugendliche mit Hauptschulabschluss oder aus berufsvorbereitenden Maßnahmen ein Dilemma, denn sie erhalten häufig Ausbildungsverträge in diesen kleinen Betrieben.
Es ist also von besonderer Bedeutung, gerade die kleineren Betriebe und das Handwerk zu gewinnen, noch enger noch als bisher mit den Schulen zusammenzuarbeiten. Wenn sie ihre Nachwuchsprobleme lösen wollen, müssen sie sich künftig noch offensiver um die Jugendlichen bemühen und sich mehr an der Berufsorientierung und Berufsvorbereitung beteiligen.
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